Wichtig ist es, die Verantwortung zu erkennen, die übernommen wird, wenn man vor allem Kindern das Fechten beibringen will oder soll. Die geplanten Lehrveranstaltungen innerhalb der Vorstufenqualifikation sollen unter anderem das Interesse für Fragen in nachfolgender Richtung wecken: • Der Trainer im Widerspruch zwischen Forderungen nach Wettkampfergebnissen von Anfang an und der Notwendigkeit zur Vermittlung einer möglichst fehlerfreien und wettkampfstabilen Grundtechnik.

 

• Die Unduldsamkeit gegenüber nachlässiger und fehlerhafter Übungsausführungen einerseits und der Notwendigkeit eines emotional ansprechenden Trainings andererseits. Im Ergebnis der Vorstufenqualifikation soll der zukünftige Traineraspirant einige, für die Zeit der Ausbildung wichtige motivationale Fragen für sich positiv geklärt haben, um damit besser für die kommenden Probleme während seiner Ausbildung und danach gerüstet zu sein.

 

Bildungsarbeit geht im Allgemeinen von Vorkenntnissen aus. Um eine Trainerausbildung auf hohem Niveau garantieren zu können, ist ein entsprechendes Eingangsniveau unerlässlich. Die Praxis lehrt aber, dass die Vorbildung zukünftiger C-Trainer erhebliche Unterschiede aufweist. Insbesondere die für eine erfolgreiche Tätigkeit als Trainer im Kinderbereich unabdingbare demonstrationsfähige Grundtechnik ist oft nicht gut genug. Das ist auch ganz verständlich, wenn man davon ausgeht, dass die zukünftigen Absolventen in der Mehrheit junge Fechter sind, die noch selbst aktiv Wettkämpfe bestreiten. Ihre individuelle Wettkampftechnik und die für einen erfolgreichen Ausbildungsprozess notwendige demonstrationsfähige Grundtechnik sind zwei unterschiedliche Zielstellungen. Genau das ist aber den meisten noch nicht bewusst. Um den angestrebten hohen Qualitätsstandard in der eigentlichen Trainerausbildung zu sichern, soll die Vorstufenqualifikation zum einen das Wissen um den Unterschied zwischen der eigenen Wettkampftechnik und einer demonstrationsfähigen Grundtechnik vermitteln und zum anderen jedem Einzelnen seine möglichen Defizite verdeutlichen.

 

Bis zum Beginn der eigentlichen Trainerausbildung verbleibt dann genügend Zeit, um diese selbständig und gezielt abzubauen. Nebenbei angemerkt: diese Fähigkeit zur Selbstkritik bei der Beurteilung seiner Fertigkeiten und die für den Abbau eventueller Defizite notwendige 20 Selbstkontrolle ist Aneignung von Kompetenzen pur (in den RRL als „Persönliche und sozial-kommunikative Kompetenz“ gekennzeichnet). Nicht zuletzt geht es in der Vorstufenqualifikation auch um eine, für alle verständliche und für eine, zumindest für den weiteren Verlauf der Trainerausbildung, einheitlichen Arbeitssprache.

 

Das leidige Thema der fechterischen Terminologie mit all ihren Spielarten der unterschiedlichsten Fechtschulen bzw. Fechtnationen kann und darf nicht zum ständigen Reibungsfeld innerhalb der Ausbildung werden. Die Vielzahl der in Deutschland tätigen Trainer aus den unterschiedlichsten Nationen, mit auch dort unterschiedlichen Schulen und die Art der eigenen Eindeutschung mancher fechterischen Begriffe, produziert nun mal fechterische Termini mit einer erheblichen Redundanz. Eine effektive und erfolgreiche Ausbildung fordert aber eineindeutige Begriffe. Es muss daher eine für alle verbindliche gemeinsame Arbeitssprache geben, welche die Grundlage für den Ausbildungsprozess und den sich anschließenden Lernerfolgskontrollen bildet6 . Da der Streit um die Deutung mancher gebräuchlichen Begrifflichkeiten nicht noch zusätzlich angeheizt werden soll, werden in der gesamten Trainerausbildung die Termini des F.I.E. – Reglements als der kleinste gemeinsame Nenner genutzt. Die daraus resultierenden Definitionen bilden die Grundlage der für den Ausbildungsprozess notwendigen Arbeitssprache. Eine Einführung dazu erfolgt ebenfalls im Rahmen der Vorstufenqualifikation. Nicht zuletzt soll die Gesamtheit der Vorstufenqualifikation den zukünftigen Trainer in seiner Entscheidung – Breitensport und/oder Leistungssport - behilflich sein, indem er auf die unterschiedlichen Handlungsfelder aufmerksam gemacht wird. Aus all diesen und weiteren Gründen hat sich der DFB daher entschlossen, einen GRUNDKURS als eine Art „Vorstufenqualifikation“ einzuführen, der die notwendige Eingangsqualifikation für eine spätere Trainerausbildung im Breitensport und Leistungssport sichern und gleichzeitig die Absolventen befähigen soll, sich als Trainerassistenten Erfahrungen im Umgang mit Trainierenden anzueignen. Handlungsfelder Nach Erwerb der Vorstufenqualifikation sollten die Sportassistenten Fechten aufgrund ihres Wissens vom Aufbau einer Übungseinheit oder den Kriterien der Übungsauswahl befähigt sein, unter Berücksichtigung der notwendigen Sicherheitsaspekte eine Gruppe mit zu begleiten und in Ausnahmefällen nach Anweisungen des Leiters auch über kurze Zeiträume eigenständig zu führen. Sie sind in der Lage, Vereinsführungen und Trainer in den Sport- und Bewegungsstunden, bei Freizeitaktivitäten, bei der Betreuung von Gruppen bei Ferienfreizeiten, Fahrten, kulturellen Aktivitäten und Wettkämpfen, bei der Mithilfe bei der Planung und Durchführung von Vereinsaktivitäten, Spiel- und Sportfesten, Feiern, usw.zu unterstützen. Die Vorstufenqualifikation dient vor allem der Kontrolle bzw. der Einsicht für die Aneignung eines für den Beginn der C-Trainerausbildung (Breiten- und Leistungssport) notwendigen eigenen fechttheoretischen Grundwissens und eines fechtpraktischen Repertoires an demonstrationsfähigen Grundtechniken, auf deren Basis eine erfolgreiche Trainerausbildung beginnen kann. Die Einstiegsangebote richten sich an alle Altersgruppen. Um den meist unterschiedlichen Interessenlagen und Erfahrungshintergründen der Teilnehmenden gerecht zu werden, kann es sinnvoll sein, diese Lehrgänge für altershomogene Gruppen getrennt anzubieten, z. B. als: 6 Siehe hierzu auch in: Barth. B. & Beck, E. (2000 oder 2005). FECHTTRAINING, Aachen:Meyer & Meyer Verlag, Seite 13 bis 16. 21 • Einstiegsqualifizierung für Personen, die noch nicht das Mindestalter für eine Lizenzerteilung erreicht haben • Einstiegsqualifizierung ab dem 17. Lebensjahr mit entsprechenden Themenschwerpunkten Ziele der Ausbildung Diese Einstiegsausbildung dient der Motivierung, Orientierung und Vorbereitung junger und erwachsener Menschen für die Übernahme von Verantwortung und ein Engagement in den Kinder- und Jugendabteilungen bzw. den Erwachsenen- oder Älterenabteilung bzw. in Trainingsgruppen im Fechtsport in den Vereinen. Sie gibt einen Überblick über die gängigen Felder der Vereinsarbeit, qualifiziert für eine unterstützende Tätigkeit sowohl im sportpraktischen als auch im überfachlichen Bereich und soll die Teilnehmenden dazu motivieren, Aktivitäten auch selbstständig zu entwickeln und durchzuführen. Bildungsarbeit geht im Allgemeinen von Vorkenntnissen aus. Die Praxis lehrt, dass es bei Beginn der Ausbildung zur ersten Stufe im Ausbildungssystem (Trainer-C) erhebliche Unterschiede mit oft nicht ausreichender Qualifikation im Bereich der Grundtechniken gibt. Daher hat sich der DFB entschlossen, die Ausbildung zum Sportassistenten als GRUNDKURS im Sinne einer „Vorstufenqualifikation“ einzuführen, der die notwendige Eingangsqualifikation für eine spätere Trainerausbildung im Breitensport und/oder Leistungssport sichern und gleichzeitig die Absolventen befähigen soll, sich als Trainerassistenten Erfahrungen im Umgang mit Trainierenden anzueignen. Die erfolgreiche Teilnahme an diesem „Grundkurs“ ist Voraussetzung zur Teilnahme an weiteren Trainerqualifizierungsmaßnahmen des DFB. Im Anschluss an die Vorstufenqualifizierung sollten die Absolventen möglichst Praxiserfahrungen mit Gruppen sammeln – ob nun in verantwortlicher oder nur helfender Rolle. Die dabei gewonnenen Erfahrungen können dann in den weiteren Ausbildungsgang einfließen. Aufbauend auf vorhandenen Kenntnissen und Erfahrungen als Sportler oder Betreuer und orientiert am angestrebten Einsatzfeld wird durch die Einstiegsausbildung eine Weiterentwicklung der folgenden Kompetenzen angestrebt: Persönliche und soziale Kompetenzen Der Assistent: • kann die jungen Sportler motivieren. • ist sich der Bedeutung seiner Vorbildfunktion als Persönlichkeit zunehmend bewusst, indem er sich ethisch korrekt und fair verhält und innerhalb des Trainingsprozesses seines Vereins eine aktive und gestaltende Rolle einnimmt. • erwirbt die Fähigkeiten zur Eigenkontrolle bei der Realisierung und Demonstrierung der in der Vorstufenqualifikation vermittelten fechterischen Grundtechniken. Fachkompetenz Der Assistent: • erkennt die besondere Bedeutsamkeit der Fachkompetenz im Ensemble aller für die Tätigkeit als Trainer bedeutsamen Kompetenzen. 22 • leitet die daraus resultierende Notwendigkeit zur Aneignung fechttheoretischer und fechtpraktischer Grundkenntnisse auf hohem Niveau ab und verhält sich entsprechend. • akzeptiert die hohe Bedeutsamkeit der fehlerfreien Vermittlung der Grundtechniken für die spätere Entwicklung eines Fechter (Fechttalentes) • verfügt über ein Basisrepertoire an Spiel- und Übungsformen Methoden- und Vermittlungskompetenz Der Assistent: • erwirbt erste Kenntnisse bei der Organisation und Gestaltung des Gruppentrainings (ohne und mit Partner). • erwirbt Grundkenntnisse für die Formulierung von Übungen im Partnertraining beim Erwerb und der Stabilisierung von Grundtechniken. • kennt Grundregeln im Bereich von Sicherheit und Aufsicht Aspekte für die Erarbeitung von Ausbildungsinhalten Übergreifende Aspekte der Ausbildungsinhalte Durch die Darstellung nachfolgender Grundsätze soll die Vielfältigkeit, die Verantwortung und die Erfolgsmöglichkeiten einer Trainertätigkeit deutlich gemacht und damit Interesse, Motivation und Wissensdurst geweckt und notwendige Orientierungen gegeben werden. • Die Grundtechnik ist Basis für jedwede weitere fechtsportliche Betätigung • Der Trainer meistert den Widerspruch zwischen Forderungen nach guten Wettkampfergebnissen von Anfang an und der Notwendigkeit zur Vermittlung einer möglichst fehlerfreien und wettkampfstabilen Grundtechnik. • Erkennen und Bewichten von mittel- und langfristigen Trends im aktuellen Wettkampfgeschehen. • Das Wissen um die Bedeutsamkeit und die Vermeidung leistungslimitierender Fehler. • Das Wissen um die Normen der Grundtechniken und Kenntnisse zu den häufigsten (geläufigsten) Fehlern bei der Realisierung derselben, ihre Ursachen und ihre Korrekturmöglichkeiten. • Die Unduldsamkeit gegenüber nachlässiger und fehlerhafter Übungsausführungen einerseits und der Notwendigkeit eines emotional ansprechenden Trainings andererseits. • Kenntnisse über die notwendigen Aufeinanderfolgen im Lernprozess und das Beobachten des Lerntempos als ein Kriterium der Talenterkennung. Personen- und gruppenbezogene Inhalte • Persönliche Sportsozialisation, Interessen und Erwartungen von Kindern und Jugendlichen • Bedeutung von Bewegungsräumen, Freizeitmöglichkeiten und Cliquen im Alltag von Kindern und Jugendlichen 23 • Rolle und Selbstverständnis des Assistenten • Selbstreflexion und Kritikfähigkeit • Umgang mit Verschiedenheit (Gender Mainstreaming/Diversity Management) • Grundsätze der Aufsichts- bzw. Sorgfaltspflicht und Haftung • Regeln und präventive Maßnahmen/Unfallverhütung • Gesetz zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit • Einfache Grundlagen der Planung, Organisation, Durchführung und Auswertung von Vereinsaktivitäten Bewegungs- und sportpraxisbezogene Inhalte • Beispiele aus Bewegungs-, Spiel- und Sportangeboten sowie Freizeitaktivitäten im Fechtsport • Einstimmung und Ausklang in Sport- und Bewegungsstunden • Kleine Spiele • Grundlagen des Bewegungslernens • Einfache konditionelle und koordinative Trainingsformen • Grundlegende Geräte- und Materialkunde Vereins- und verbandsbezogene Inhalte • Der Verein und die strukturelle Einbindung der Abteilungen und Trainings- und leistungsgruppen • Mitbestimmung, Mitgestaltung, Mitverantwortung und Selbstverantwortung (insbesondere von Kindern und Jugendlichen) im Verein (Trainingstätigkeit) Da im DFB versucht wird, die klassische wissenschaftslogische Gliederung nach Lehrgebieten bzw. nach gegliederten inhaltlichen Aspekten aufzugeben und dafür Teile der Ausbildung am Beispiel wesentlicher, durch die Übungsleiter oder Trainer zu lösenden Aufgaben, insbesondere ihrer pädagogisch-methodischen Befähigung, komplexer zu behandeln, lassen sich die Ausbildungsinhalte in der praktischen Realisierung nicht nach den in den RRL definierten Gruppierungen darstellen. Deshalb dient nachfolgende Tabelle im Sinne eines Kompromisses beiden Ansätzen.